ChatGPT in der Kanzlei nutzen und das Mandatsgeheimnis wahren.
Entwerfen Sie Schriftsätze und Mandantenmails mit ChatGPT, Copilot oder Claude. Vorher ersetzt Deckname die Namen von Mandanten und Gegnern, Aktenzeichen und Bankdaten durch Platzhalter. Kommt der Entwurf zurück, stehen die Originalwerte wieder an ihrem Platz.
Schriftsatz_Entwurf.docx
In dem Rechtsstreit Markus Kowalski[PERSON_1], Am Rosengarten 7, 36037 Fulda[LOC_1], gegen die Brenner Bau GmbH[ORG_1] (Az. 3 O 412/26[ID_1]) zeigen wir an, dass wir den Kläger vertreten.
Die Beklagte wird aufgefordert, den offenen Betrag von 18.400 € bis zum 30.10.2026[DATE_1] auf das Konto DE89 3704 0044 0532 0130 00[IBAN_1] zu überweisen.
Rückfragen bitte an Dr. Jana Albrecht[PERSON_2], j.albrecht@kanzlei-albrecht.example[EMAIL_1].
8 personenbezogene Angaben erkannt
- Namen
- Orte
- Firmen und Organisationen
- Kennnummern und Aktenzeichen
- Datumsangaben
- IBANs
- E-Mail-Adressen
Beispieltext, alle Daten erfunden.
Was BRAO und § 203 StGB für KI bedeuten
Die Vorschriften und Hinweise, die beim KI-Einsatz zählen, jeweils mit Primärquelle. Das ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls.
- Verschwiegenheit nach § 43a BRAO und § 203 StGB
- Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die unbefugte Offenbarung von Mandatsgeheimnissen ist nach § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB strafbar. Wer Mandatsdaten in ein KI-Werkzeug eingibt, macht sie dem Anbieter zugänglich. Wann das zulässig ist, regelt § 43e BRAO.
- Quelle: § 203 StGB
- Externe Dienstleister nach § 43e BRAO
- Sie dürfen Dienstleistern nur so viel offenbaren, wie für deren Leistung erforderlich ist, und müssen sie vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichten. Mit einem Platzhalter statt des Mandantennamens erfährt der KI-Anbieter weniger.
- Quelle: § 43e BRAO
- Hinweise der BRAK zum Einsatz von KI
- Die Bundesrechtsanwaltskammer hat im Dezember 2024 Hinweise zum Einsatz künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Sie empfiehlt, Anfragen möglichst abstrakt zu halten und hochgeladene Dokumente vorher zu anonymisieren. Sie weist außerdem darauf hin, dass sich Mandatsinformationen auch aus dem Kontext ergeben können.
- Quelle: BRAK, Hinweise zum Einsatz von KI
Wofür Kanzleien Deckname nutzen
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Schriftsätze entwerfen
Sachverhalt und Gliederung mit Platzhaltern an die KI geben und den Entwurf mit den echten Namen weiterbearbeiten.
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Verträge prüfen
Klauseln erklären oder vergleichen lassen, ohne dem KI-Anbieter die Namen der Vertragsparteien, ihre Adressen oder Bankdaten zu zeigen.
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Korrespondenz formulieren
Mandantenmails und Anschreiben an Gegner vorbereiten. Weil jeder Name im ganzen Text denselben Platzhalter behält, erkennt die KI, wer wer ist.
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Akten zusammenfassen
Lange Schriftwechsel auf die entscheidenden Punkte verdichten. Der Prüfbericht dokumentiert, was vor der Weitergabe ersetzt wurde.
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Der Sachverhalt bleibt lesbar
Deckname ersetzt Namen, Adressen, Aktenzeichen und Bankdaten. Der Sachverhalt selbst bleibt stehen, sonst könnte die KI nicht mit ihm arbeiten. Prüfen Sie vor der Weitergabe, ob sich das Mandat aus ihm erkennen lässt.
Sie arbeiten direkt im Word-Add-in, im Browser und über die API aus Ihrer eigenen Software. Wie wir Ihre Daten verarbeiten, lesen Sie unter Sicherheit und Datenschutz.
Häufige Fragen zu ChatGPT in der Kanzlei
Darf eine Anwältin oder ein Anwalt ChatGPT nutzen?
Reicht ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem KI-Anbieter?
Versteht die KI den Text mit Platzhaltern noch?
Kann ich direkt in Word arbeiten?
Probieren Sie den Weg vom Schriftsatz zur KI und zurück aus.
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